Slow summer aber nachhaltig!
Im Weinbau haben wir neben vielen klimatischen Herausforderungen die Chance, dass sich Umwelt-Bewusstsein und Verantwortung hervorragend mit unserem Qualitätsstreben in Einklang bringen lassen:
Unser „Kühlaggregat“ ist die Kellerröhre. Tief unter der Oberfläche hat das Erdreich eine langjährige Durchschnitts-Temperatur von 10,5-11° Celsius – perfekte Bedingungen für die Vergärung der Moste und die Reifung der gewonnenen Weine in Edelstahl und Holzfässern – ohne Elektrizität.
Perfektionistische Handarbeit im Weingarten gepaart mit über Jahrzehnte erworbenem Winzer-Knowhow, reduziert den Bedarf an Pflanzenschutz und führt zu hochwertigen Weinen individueller Stilistik. Luftige Traubenzonen brauchen weniger Pflanzenschutz und reduzieren Traktorkilometer, begrünte Böden verhindern Bodenverdichtung….
Das klingt alles sehr idealistisch, vielleicht sogar fundamentalistisch, aber in Wahrheit führen solche Maßnahmen auf lange Sicht Ökologie und Ökonomie zusammen! Nicht alles was ökologisch gesund ist, muss ökonomisch schlecht sein.
Wir arbeiten mit Begrünungsmanagement um die Böden fit zu halten. Pflanzen wie Wicke und Luzerne werden in die Grasdecke gemischt. Sie erschließen den Boden in die Tiefe und eröffnen damit den Wurzeln des Rebstocks Wege in die Tiefe - damit gewährleisten wir indirekt bei Trockenzeiten den Reben eine verbesserte Wasserversorgung. Wer in schwierigen Jahren wie dem aktuellen, unsere Altweingärten betritt, wird sich wundern wie satt grün die Blätter sind und wie vital die Pflanzen trotz der schier endlosen Dürre wirken. Klar, die Beeren sind bei dieser Trockenheit kleiner, die Qualität ist aber ungebrochen und darauf kommt es an!
Ökomanagement bedeutet, dass verantwortungsvolles ökologisches Bewirtschaften auch zu indirekten ökonomischen Vorteilen führen kann. Wir haben uralte, gesunde Rebanlagen. Die bringen zwar weniger Ertrag aber kontinuierlich großartige Qualität mit Terroir-Charakter. Was wir dabei zugeben müssen: Die Kleinheit unseres Weinguts und die damit verbundene Unabhängigkeit von Fremdarbeitskräften macht es natürlich viel leichter solche Konzepte in der notwendigen Sorgfalt umzusetzen.
Ich denke mir oft, dass mancher Winzer-Urgroßvater beim Blick von Wolke sieben nach unten schmunzeln muss, wenn er sieht, wie hochwertiger Qualitätsweinbau sich immer mehr nach alten Wahrheiten orientiert. Der Stress muss raus aus dem Weinberg und vor allem aus dem Keller, dann entstehen schöne Weine die uns in ihrer innewohnenden Langsamkeit großen Genuss bescheren.